Ottmar Hörl

Ottmar Hörl

Schöne Bilder

12. Oktober - 10. November 2018

 

 

OTTMAR HÖRL –

 

 

SCHÖNE BILDER

 

 

Galerie Kampl München, 12. Oktober bis 10. November 2018

 

Mit Ottmar Hörl (*1950) präsentiert die Galerie Kampl einen der international renommierten, erfindungsreichsten, deutschen Konzeptkünstler. Seit vielen Jahren ist er im Programm der Galerie vertreten. Durch radikale Werkkonzepte sowie Großprojekte mit seriellen Skulpturen im öffentlichen Raum erreichte Hörl weltweite Beachtung. Bis Oktober 2018 lehrte er als Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und bis 2017 leitete er die Hochschule als Präsident. Kürzlich erst realisierte Hörl im Park Schloss Nymphenburg in München eine Installation mit 100 goldenen Büsten „König Ludwig II“. Vielen ist seine Installation „Welcome“ (1998) mit 4.000 grüßenden Gartenzwergen zu den internationalen Opernfestpielen oder auch die Foto-Arbeit „Eine Population“, 1993 mit 943 Kuhporträits sämtlicher Milchkühe aus Passau, 1993 im Lenbachhaus Kunstforum präsentiert, in lebendiger Erinnerung. In der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt ist, dass Hörls umfangreiches Gesamtwerk alle Kunstgattungen umfasst, auch die Malerei.

 

Nun bietet sich erstmals in München die Gelegenheit eine Ausstellung mit einer Auswahl von Arbeiten aus dem aktuellen malerischen Schaffen des Künstlers zu sehen.

 

Bereits in den 1980er Jahren entwickelte Hörl mit radikaler serieller Malerei auf Wellpolyester unverwechselbare innovative Werke, die schnell Eingang in bedeutende Sammlungen und Museen fanden. Damals erhielt er ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes für Malerei. Bis heute bildet die Auseinandersetzung mit Malerei - im engeren wie weiteren Sinn – so durchaus eine Konstante. In den letzten beiden Jahren sind neue Werkgruppen entstanden wie, die >Einsteinserie<, >Ödland<, Blutrausch und >Naturschauspiel<.

 

Dabei handelt es sich um abstrakte ungegenständliche Malerei auf Leinwand. Zu sehen ist jeweils ein Komplex an dynamischen Linien, das sich ganze Teile der Bildfläche, oft die gesamte Leinwand erobert. Diese Linienbündel überlagern und durchdringen sich gegenseitig, entwickeln sich in der Wahrnehmung des Betrachters gedanklich weiter über den Bildrand hinaus ins Unendliche. Hörl versetzt dazu Acrylfarbe auf dem grundierten Untergrund mit allen Fingern gleichzeitg in Bewegung. Die Farbe trocknet rasant. Der kurze wie intensive Malprozess erfordert absolute Konzentration und Präsenz. „Malerei als Höchstleistungssport“, bezeichnete Dr. Birgit Ruf diese Art der Vorgehensweise. Die atemberaubende Dynamik und die außergewöhnliche Bildtiefe, die Hörl in dem zweidimensionalen Medium gelingen, ist in der Kunstgeschichte singulär. Begründet liegt dies in Hörls bildhauerischem Zugang und seinem Gespür für Raum und Zeit. „Ich begreife meine Arbeit als ein sich über und durch den Raum definierendes Organisationsprinzip.“ so Ottmar Hörl (1983). Das trifft im Grunde auch bei den malerischen Werken zu. Diese bildhauerische-konzeptuelle Dimension in Kombination mit der von Hörl entwickelten malerischen Methode verleiht den Arbeiten ihre außerordentliche Bildwirkung und Energie.

 

 

 

Dabei geht es Hörl immer um mehr als (nur) um reine abstrakte ungegenständliche Malerei, um „l´art pour l´art“ und die inhaltliche Konzentration ausschließlich auf die bildnerischen Mittel wie Farbe und Form. Es geht ihm auch um mehr als den stilistischen Selbstausdruck, dem er sich bis heute (laut Dr. Thomas Knubben) beharrlich verweigert, um sich in seinen Ausdrucksmöglichkeiten nicht selbst zu beschränken. Der zweifache Documenta-Chef Manfred Schneckenburger hat Hörls prinzipielle künstlerische Strategie 1992 auf den Punkt gebracht: „Hörl lässt alles offen und schließt alles ein.“ Das ist auch für Hörls Malerei zutreffend. Denn je nach Betrachter ergibt sich im Hinblick auf Kontext, Titel, Struktur und Farbigkeit der aktuellen malerischen Werke ein ganzes Spektrum möglicher Assoziationen. Dieses reicht von organischen, pflanzlichen Strukturen über die Komplexität von gesamten Organismen und Systemen bis hin zur Kunstgeschichte wie beispielsweise zu Albrecht Dürers „Großem Rasenstück“. Es reicht von der Auseinandersetzung mit dem Naturbegriff im 21. Jahrhundert über die weltweiten Vernetzungen und Verflechtungen im Zeitalter der Globalisierung und des Internet bis hin bis hin zum Sinnbild von Komplexität an sich. Das Potential der gestischen Malerei wird so aufs Neue ausgelotet. (Eva Schickler M.A.)

 

 

 

Eröffnung: Freitag, 12. Oktober 2018 um 18 Uhr in Anwesenheit des Künstlers

 

Öffnungszeiten: Di - Sa 12 - 19 Uhr und nach Vereinbarung

 

 

 

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